Wanderungen durch Naturoasen der Mecklenburgischen Seenplatte
(Tollensesee Region, Strelitzer Seenplatte, Feldberger Seenlandschaft, Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See, Müritzregion.)
Herzlich willkommen auf unseren heimatlichen Wanderseiten.
Helge-H. Esch
Unsere Geschichte
An jedem Tag verschwindet ein Stein aus dem Mosaik uns vertrauter Natur. Das geschieht ganz unspektakulär, heimlich und von den meisten Menschen unbemerkt. Viele Tier- und Pflanzenarten werden immer seltener. Irgendwann sind sie dann völlig verschwunden und wir sind wieder einmal ärmer geworden. Naturparadiese auf der ganzen Welt fallen der Vernichtung anheim, werden verschandelt oder verseucht. Schmetterlinge flattern nicht mehr. Dennoch, wer regelmäßig die Naturwelten seiner Heimat durchstreift, sieht auch, wie schön unsere Erde trotz aller Verletzlichkeit sein kann.Wir müssen achtsamer mit all ihren Geschöpfen umgehen. .
Über uns
Seit vielen Jahren durchstreifen wir auf unterschiedlichen Pfaden Felder, Wiesen und Wälder unserer heimatlichen Natur. Wandern auf sandigen Wegen vorbei an gelb reifenden Kornfeldern und blühenden Rainen zu dunklen Weihern und schimmernden Seen. Wir lieben die enge Verbundenheit in einer Landschaft mit all ihren wilden Bewohnern. In der Schönheit der kleinen Wunder das mächtige Wirken der Natur zu erkennen, darin Glück und Lebenssinn zu finden, ist unsere Passion. In den letzten Jahren beobachteten wir viele dramatische Entwicklungen in den Naturräumen. Das Summen, Brummen, Zirpen und Rascheln auf Feldern und Wiesen verstummt langsam. Die Insektenwelt stirbt immer schneller aus. Mit den Insekten verschwinden auch viele Vögel, die Futtergrundlage fehlt. Frösche und Schlangen verschwinden mit den Söllen und Teichen, die früher wie leuchtende Augen in der Feldmark lagen. Bunte Blütenpflanzen, wilde Acker-und Heilkräuter finden kaum noch geeignete Lebensräume. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie die Vielfalt des natürlichen Lebens um uns herum verschwindet. Gibt es einen Weg um diese Entwicklung zu stoppen? Wir selbst glauben an die unendliche Kraft der Schöpfung, die ihr geheimes Wirken in der Genialität kleiner Wunder offenbart. Dazu benötigt es aber ausreichend Raum und eine entsprechend sorgsame Zeit.
Helge-H. Esch
Unsere Vision
Es bleibt nach wie vor die große Frage: Was für eine Erde hinterlassen wir unseren Kindern und Kindeskindern? Vielleicht sollten wir uns in einer stillen Stunde einfach nur mal fragen, wie behutsam können wir selbst mit unserer unmittelbaren Umwelt umgehen. Schon einen flinken Käfer auf dem Spaziergang vor dem Tod durch eine Schuhsohle zu bewahren, eine leere Plastikflasche nicht eben achtlos in einem Teich zu entsorgen oder eine kleine Blume am Wegesrand verschonen, kann helfen und glücklich machen. Vielleicht gelingt es ja mit Hilfe Vieler, die viele kleine gute Dinge an vielen kleinen Orten tun, einen kleinen Zipfel vom Garten Eden wieder auferstehen zu lassen. Es gibt eine einfache Wahrheit: Wenn wir an das glauben, was wir tun, können wir Großes für die Erhaltung unserer natürlichen Lebensräume erreichen. Wir denken, je besser man die Natur um uns herum kennt und versteht, desto größer wird auch die Einsicht, achtsam mit all ihren Geschöpfen umzugehen.
Die Mecklenburgische Seenplatte
bietet einzigartige Natur und Landschaft, in der es noch Wildnis zu erleben gibt. Neben besonders geschützten Gebieten findet man sehenswerte, abseits gelegene Areale mit einer bemerkenswerten Anzahl an interessanten Tieren und Pflanzen. Nicht nur Fisch- und Seeadler oder Kraniche finden hier Heimat, sondern auch viele kleine Vögel, Säugetiere, Reptilien und Insekten bevölkern das wilde Land.
Schützen wir die Natur, indem wir achtsam mit all ihren Geschöpfen umgehen.
Einsam steht auf stiller Wacht,
ein Wurzelmann als Hüter der Natur. Blickt streng ins Tal, zu Wiese, Wald und Bach. Sieht Geheimes, sieht die Wunder, sieht den Frevel in der Nacht.
Fest verankert starr und stumm.
Kann mahnen nur,
hat keine Macht.
Insektenglück.
Nichts ist selbstverständlich, auch nicht, das es Natur gibt.
Der Insektenbestand nimmt rapide ab.
Unsere wilden Bienen sind bedroht.
Ist es nicht paradox, wenn wir es zulassen,
das all diese wunderbaren Naturwelten zerstört werden? Der Überlebenskampf von Schmetterlingen, Käfern und weiteren Insektenvölkern wird oft noch ignoriert. Es sei doch alles nicht so dramatisch. Okay, jeder ist gedanklich frei.
Man sollte aber bedenken:
Wenn der Mensch weiterhin empfindliche Ökosysteme kaputt stampft, wird eines Tages auch seine Lebensgrundlage zerstört sein.
Bleiben wir frei, wenn alles vergeht?
Nichts ist Selbstverständlich, auch nicht, das es Natur gibt.
Ist es nicht paradox, wenn wir zulassen, das überall wunderbare Naturwelten zerstört werden.
Unsere Wanderwege
Wanderwege, ob naheliegend in der Heimat oder in weiter Ferne verlaufend, sind für Jeden, der auf ihnen wandelt, mit Träumen verbunden. Entweder man wünscht eine ersehnte Begegnung herbei oder es ist einfach der Weg das Ziel. Immer geht es darum, Glück und Freude zu empfinden. Wir suchten nach Lebensräumen, in denen Tiere und Pflanzen noch möglichst ungestört überleben können. Wir verschlossen aber auch nicht die Augen vor der überall gegenwärtigen Naturvernichtung, die durch die ausbeuterische Lebensweise von uns Menschen hervor gerufen wird. Letztendlich aber entdeckten wir sehenswerte Landschaften und Naturoasen, die begeisterten und in denen der Kreislauf der Natur noch nicht endgültig dem Menschen unterworfen ist.
Möchten Sie mehr über unsere Entdeckungen erfahren? Dann begleiten Sie uns auf unseren Pfaden.
Einsame Wege
Wenn der Morgen stumm erwacht, weil die Vögel nicht mehr singen.Wenn der Chor der Lerchen bringt den Himmel nicht zum Klingen. Wenn die Pracht der wilden Blumen, weder Duft noch Farbe geben, dann vergeht in unsrer Welt das Leben.
Schützen wir die Natur, indem wir achtsam mit all ihren Geschöpfen umgehen.
Unsere Suche nach dem verlorenen Lied der Lerche.
Wer in einem Dorf des mecklenburgischen Hinterlandes, weit ab vom städtischen Leben, aufgewachsen ist, besitzt ein ganz besonderes Gefühl für die Nähe zur Natur. Mit dem unmittelbaren Erleben beginnender Frühlingstage und der intensiven Pracht eines Sommers entwickelte sich eine unlösbare Verbundenheit mit dem alltäglichen Wirken der Schöpfung. Fast unbemerkt begriff man sich als selbstverständlicher Teil vom Werden und Vergehen und erhielt eine tiefgreifende Prägung für das ganze Leben.
Wenn wir vom zeitigen Frühjahr bis in den Hochsommer hinein den Mühlenberg hinaufliefen, um in der nahen Kiesgrube zu spielen, taten wir das barfuß, mit um die Hüften geschlungenen Hemden. Eine zeitige Sonne erwärmte den Sand des Weges ebenso, wie das Wasser der Pfützen, die wir durchwateten. Links und rechts des Weges breiteten sich langgestreckte, schmale Äcker und Wiesen. Sahen aus wie bunte Handtücher in der Landschaft. Oft begrenzt durch wilde Hecken und schmale Brachen. Auf den breiten Feldrainen, die den sandigen Weg säumten, gediehen die unterschiedlichsten Blütenpflanzen und Kräuter. Wir jagten den Schmetterlingen nach, fingen Käfer und pfiffen Haken schlagenden Hasen hunterher. Schwalben folgten uns Insekten jagend im rasanten Tiefflug, blitzartig Hindernissen ausweichend. Storchenpaare schritten majestätisch auf der Jagd nach Fröschen und Mäusen durch die Wiesen und Kiebitze gaukelten mit gellenden Rufen über zahlreiche Nester in der weiten Flur. Immer, jeden langen Tag, begleitete uns der Gesang der Lerchen. Wie trillernde Spieldosen hingen sie in der lauwarmen Luft und erfüllten den Himmel mit ihren Liedern.
Wir tollten derweil in der nahen Kiesgrube mit der dichten Kiefernschonung gleich nebenan. Stöberten Kaninchen, Hasen, Fuchs, Dachs und Rehe auf. Häher rätschten, Drosseln sangen und Ringeltauben klatschten beim Auffliegen hallend mit den Flügeln. Bussarde, Weihen und Falken durchstießen die Lüfte. Auch so mancher Adler ließ sich durch warme Aufwinde hoch in die Bläue des Himmels tragen.
In den Teichen, Tümpeln und Wasserlöchern der Wiesen fingen wir Frösche, Molche, kleine Ringelnattern und Karauschen mit Drahtkörben, an denen ein Seil befestigt war. Wechselte ein alter Keiler aus der Schonung in die Kiesgrube, versteckten wir uns. Auf dem Heimweg stromerten wir entlang der Hecken, nahmen Elstern- und Krähennester aus, verbrannten uns die nackten Beine an hohen Brennnesseln und die spitzen Dornen der Schlehenhecken rissen Löcher in die Hosen. Am Fließ räuberten wir Enten-und Kiebitz Gelege und scheuchten Reiher zuhauf. Lerchennester nahmen wir übrigens niemals aus. Einerseits lagen sie viel zu gut versteckt, zum anderen achteten wir die fleißigen Sänger, sie waren tabu. Schien die Sonne, stiegen die Vögel schon früh am Morgen unter fortwährendem Singen steil in den Himmel empor. Wie hellklingende, singende Edelsteinen hingen sie dann oft minutenlang jubilierend im Himmelsblau, um dann, immer weiter singend, zurück in die Unscheinbarkeit auf die Erde zu sinken. Jetzt still und heimlich trippelten sie auf flinken Füßen zum gut verborgenen Nest, um nach kurzer Zeit wieder den Himmel zum Tönen zu bringen. Ihr Sound bestimmte zu jeder Zeit den Vogelstimmenchor. Es war eine wundervolle Zeit. Die Lieder der Lerchen gehörten zu Frühling und Sommer, wie die Sonne zum Tag. Es wird für immer in uns sein.
Heute, viele Jahre später, ist der Himmel stumm. Auf einer Straße gelangt man bequem den Mühlenberg hinauf. Die Kiesgrube wird noch immer ausgebeutet und schwärt wie ein Krebsgeschwür gelb und grau in trostloser Landschaft. Aus der Kiefernschonung erwuchs ein winziges Hochwäldchen. Eintönig trennt heute ein breiter, glattgewalzter Wirtschaftsweg ohne schmückende Raine die weiten Äcker. Links und rechts dehnen sich endlose Getreide-, Mais- und Rapsfelder. Hecken Wiesen und Tümpel sind verschwunden. Kein Lerchenlied erfreut mehr den einsamen Wanderer. Vereinzelt nur üben Schwalben den Tiefflug entlang des Weges.
Nur die alte Mühle steht in neuem, glänzendem Gewand als stumme Zeugin für die Vergänglichkeit des verschwundenen Garten Edens. Besucher, die fröhlich ins Mühlenkaffee strömen, ahnen nichts von der einst so wundervollen Harmonie des sphärischen Lerchengesangs. Die Menschen haben ihn durch unfassbare Ausbeutung der Natur vom Himmel verbannt.
Lerchen benötigen für ihr Überleben ökologische Harmonie als Lebensraum. Eine offene, weiträumige Landschaft aus Acker- und Weideland, niedrig bewachsenen Feldern mit eingestreuten Rainen und Brachen. Riesige Felder der industriellen Landwirtschaft mit einseitigem Getreide-, Mais- und Rapsanbau werden von Lerchen gemieden. Früher sagte man: " Armes Land mästet Lerchen". Heute sind solche Lebensräume für die tollen Sänger knapp geworden. Rückzugsgebiete könnte der vielseitige Öko-Landbau bieten. Ökobauern wirtschaften schonend auf Landschaftsvielfalt. Würde diese Wirtschaftsart weiter ausgedehnt, fänden Lerchen vielleicht wieder eine Heimat. An dieser Stelle können wir als Konsumenten direkten Einfluß nehmen. Durch den Kauf ökologisch produzierter Ware würde so auch indirekt über den Lerchenbestand in unserer Heimat mitentschieden.
Wer den Gesang der Lerchen nicht kennt, vermisst ihn nicht und weiss auch nichts vom Verschwinden der tollen Sänger.
Geschieht nichts, müssen wir uns auf einen langen Weg in Rückzugsoasen begeben, um den originalen Lerchensymphonien zu lauschen. Oder Lerchenbilder und Klänge werden nur noch digital oder im TV abrufbar sein.
Wir haben lange nach Refugien gesucht, um einsame, verschwiegene Orte zu finden, in denen der Zauber des Lerchengesangs noch den Himmel erfüllt.
Folgen Sie uns auf dem Lerchenweg.
Gehe zu Natur.
Versteckte Wasserwelten
Wasser bedeutet Leben. Die Mecklenburgische Seenplatte ist reichlich damit gesegnet. Während der Suche nach dem Hohelied der Lerche entdeckten wir immer wieder versteckte Wasserwelten mit wundervollem Leben. Sie liegen wie blaue Augen in einer weiten Landschaft. Bäche, Teiche und Seen bieten vielen Tier- und Pflanzenarten natürliche Rückzugsgebiete. Leider gingen in den letzten Jahrzehnten vor allem viele ökologisch wichtige Kleingewässer verloren. eine zu intensive Landwirtschaft und sich immer weiter ausbreitende Städte waren und sind die Hauptverursacher. Es wird oft unbedacht und viel zu sorglos mit diesen landschaftlichen Kleinoden umgegangen. Ihre faszinierende Wirkung auf uns Menschen wird dabei völlig unterschätzt. In der Mecklenburgischen Seenplatte sind diese ursprünglichen Wasseroasen noch in ihrer Vielfalt zu erleben.
Heimische Tierwelt in den versteckten Wasseroasen.
Wenn die warme Frühlingssonne die letzten Reste des Winters vertrieben hat, finden sich viele Wasservögel an unseren heimischen Gewässern ein. Aber nicht nur sie, sondern auch viele andere Tiere nutzen die versteckten Gewässer als Heimstatt, verbergen sich und ziehen Nachwuchs auf.
Blühende Inseln im grünen Meer
Schützen wir die Natur, indem wir achtsam mit all ihren Geschöpfen umgehen.
Nur wenn unsere Umwelt intakt ist, bleiben wir Menschen gesund.
Blühende Inseln im grünen Meer
Sie liegen einsam, wie zerbrechliche, bunte Inseln verstreut in einem riesigen, grünen Pflanzenozean aus Mais-, Raps- und Kornfeldern. Manchmal nur wenige Quadratmeter groß, stemmen sie sich mit weithin leuchtender Blütenpracht gegen ein schier übermächtiges, giftgrünes Pflanzenmeer. Es sind die Überreste einstmals prächtiger Wiesenlandschaften mit überquellendem Leben. Wie eine verheerende Sturmflut ist eine auf maximalen Profit ausgerichtete Landwirtschaft über Wiesen und alles fruchtbare Land hergefallen und hat das einst vielfältige Leben darauf zerstört. Naturnahe Wiesenlandschaften mit unzähligen wilden Blütenpflanzen und Kräutern sind heute ein eher seltener Anblick. Die Folgen sind dramatisch. In den letzten 30 Jahren hat die Bio-Masse bei fliegenden Insekten um über 70% abgenommen. Dabei sind Insekten die größte Klasse der auf der Erde existierenden Lebewesen, machen fast 2/3 des gesamten Lebens aus. Schmetterlinge, Heuschrecken und Grillen sind weitgehend verschwunden. Zirpende Insektenkonzerte an lauwarmen Sommerabenden erklingen kaum noch. Dabei stehen sie in unserer Erinnerung für Sommerfeeling pur. Auch für die Vogelwelt wirkt sich der Verlust verheerend aus. Immer weniger Vogelarten können in der nahrungsarmen Feldflur überleben. Ein Synonym dafür ist der Storch. Unser Adebar wird seiner Nahrungsquellen beraubt. Das Resteland. das durch diese Wirtschaftsweise bleibt, sind abseits liegende Flächen, entlegene Hänge, die schlecht zu bearbeiten sind oder nicht lohnend erscheinen. Diese Restareale sind es, die heute überhaupt noch ausreichend Möglichkeiten für die Entwicklung naturnahen Lebens bieten. Hier entdeckten wir auf unseren Wanderungen noch eine erstaunliche Vielfalt an wilden Blumen, Kräutern und Gräsern und eine beeindruckende Kleintierwelt. Die weithin leuchtend bunt blühenden Kleinoasen ziehen viele Insekten an. Jede einzelne Blüte wird zur Tankstelle für Nektar und Pollen. Schwere Hummeln brummen laut wie Hubschrauber, Bienen und Wespen schrillen grell wie Düsenjets, Schwebfliegen sausen lautlos wie Segelflieger. Die Luft ist erfüllt von Summen, Sirren und Brummen. So mancher Flieger findet sein Schicksal in den Schnäbeln hungriger Vögel, die von den Insektenvölkern angelockt wurden. Beginnend im zeitigen Frühjahr bis hinein in milde Herbsttage kann man diese faszinierende, kunterbunte Blütenwelt bewundern. Ob diese kleinen Blütenparadiese auf Dauer das Überleben der Insektenvölker sichern können ist zu bezweifeln. Dazu liegen die Biotope viel zu isoliert in der Feldmark und es sind zu wenige. Helfen können da vielleicht nur eine Ausweitung des Ökolandbaus und verstärkte europaweite Initiativen wie "Natur aus Menschenhand..." oder "Bunte Meter...". Die Kleinareale müssten eng vernetzt werden. Gelingt so etwas, haben vielleicht auch Lerchen wieder eine Chance.
Blühende Oasen
Begleiten Sie uns zu den einsamen Blütenoasen mit dem überquellenden Leben. Setzen sie sich an einem stillen Sommertag vor eine blühende Oase. Schließen Sie die Augen und meditieren ein wenig. Der zarte Duft der wilden Blumen schafft wohliges Behagen. Es summt und zwitschert in allen Tonlagen und Sie hören die Glockenblumen läuten. Öffnen Sie nach einem Moment Ihre staunenden Augen und erleben ein exotisch anmutendes Wunderland.
In den Pieversdorfer Bergen
Hoch über dem Schäferberg jubilierten einstmals viele Lerchen. Heute ist der Himmel einsam. nur vereinzelt erklingt ein zaghaftes Vogellied.
Unterwegs im Land der Pieversdorfer Berge.
In Abrahams Schoß
Wenn alles zu unruhig, zu anstrengend wird.
Zu bunt, zu laut, zu voll.
Wenn man meint es sei alles verloren.
Dann heilt die Seele im Grün einsamer Orte.
Silz am Fleesensee ist so ein grünes Idyll.
Dort ist es ruhig, denn die Welt bleibt draußen,
ist trotzdem nicht weit entfernt.
In Abrahams Schoß
Auf der Suche nach dem verlorenen Lied der Lerche gingen wir wieder altbekannte Pfade. Sie wiederum brachten aufregende Erlebnisse und neue Erfahrungen mit sich. Oft wurden es die glücklichsten Stunden, nur an einem frühen Morgen blauen Himmel und grüne Sommererde zu erleben. Man sieht den Tau an den Gräsern blitzen, hört das Morgenlied der Amsel. Der helle Schrei des Mäusebussards durchringt den Himmel. Man riecht den Duft der grünen Kräuter und spürt den Hauch der Luft, der die Haare streichelt. In unseren Träumen nahm dann das Glücksgefühl oft bestimmte Gestalt an. Etwa die eines bunten Vogels, einer blauen Blume oder eines spielenden Kindes auf blühender Sommerwiese. Aus den Träumen erwachte die Sehnsucht, einen Ort zu finden, der die immer währende Unruhe vertrieb und Stille und friedvolles Leben versprach. Wohin man gerne zurückkehrt und an dem Körper und Geist im Einklang mit der Natur leben können. Von dieser Sehnsucht getrieben, suchten wir nach dem "Ökotopia" des Schriftstellers Ernest Callenbach. Einer Insel, auf der man mit Vernunft und Weisheit harmonisch im Umgang mit der Natur leben kann und sie nicht egoistisch ausplündert. Wir besuchten viele Gegenden, sahen grandiose Naturwelten. Überall war es schön, oft überwältigend paradiesisch. Immer aber blieb das ungute Gefühl des Flüchtigen, des Unbefriedigten. Uns wurde schmerzlich bewusst, wir blieben Fremde im Paradies. Es gab nichts Bleibendes, nichts Endgültiges. Es blieben nur Erinnerungen, die mit der Zeit verblassen würden. Wir erlebten aber leider auch viel zu oft, dass niemals zuvor in einer so kurzen Zeit so viel Natur vernichtet wurde.
In Abrahams Schoß
Es war Juni und wir fuhren über die Deutsche Alleenstraße in das Gebiet der großen Seen zwischen Waren, Malchow und Plau. Ohne festes Ziel wollten wir noch einmal im Buch der Vergangenheit blättern, bevor die Regionen des "Kleinen Meeres", der Müritz, gänzlich ihre Unschuld verloren und in weiterwachsenden Urlaubsströmen untergingen. Wir erinnerten uns auch daran, wie wir damals dem vielstimmigen Lerchengesang lauschten. Bald schon nahm uns die Hügellandschaft mit den glitzernden Seen dazwischen gefangen. Nahe Malchow legten wir in dem kleinen Ort Silz eine Pause ein: Ein paar Bauernhäuser, eine Ferienpension, Gärten und weite Feld- und Wiesenlandschaften bilden die Kulisse des unscheinbaren Straßendorfes. Über eine schmale Straße, die durch Felder, Weiden und einen Kiefernwald führt, gelangten wir weiter in eine Ansiedlung der Gemeinde aus Wohn- und Ferienhäusern. Einsam zwischen Waldesrand und Fleesensee gelegen, versteckt sie sich hinter vielen grünen Hecken in Mitten des Kulturparks "Nossentiner- und Schwinzer Heide." Ein Tag und eine lange Nacht genügten und die Verzauberung war da. Wir hatten unseren Sehnsuchtsort "Ökotopia" gefunden. Aber wer und vor allem was hatte diese heimliche und spannende Wirkung nur ausgelöst? Der hilfreiche und beeindruckende Hüter dieser Naturinsel allein konnte es nicht sein. Wir begriffen es erst nach einiger Zeit. Es war das Grün, das unendlich viele Grün der Gräser, Sträucher, Bäume und Hecken, worin sich Häuser und Menschen verloren. Die Farbe Grün hatte uns eingefangen. Nicht die Farbe an sich, sondern das reale, lebendige Grün. Es brachte die Magie dieser Naturinsel hervor, hieraus bezog sie ihre Kraft und es war die Quelle ihrer Aura.
Tausend Grüntöne bietet unsere Umwelt. Jede Pflanze hat ein eigenes Grün, das mit den Jahreszeiten wechselt. Hier, in diesem Örtchen, war die Farbe des Lebens, der Barmherzigkeit, der Hoffnung und der Unsterblichkeit im Übermaß vertreten. Es wuchs unfassbar viel Grün.
Das erste was zur Ruhe kommt, sind die Augen. Es gibt keine überfordernden Farben, es existiert nur das besänftigende Grün. Später dann schafft es entspannende Ruhe und Harmonie für Körper und Geist. Hildegard von Bingen erkannte schon im Mittelalter diese Heilwirkung. Und das Fleckchen Erde, das wir gefunden hatten, funktionierte mit seinem unfassbar vielen Grün wie ein Mantra. Hier zu sein, wirkte unendlich beruhigend und schaffte ein Gefühl von Zufriedenheit, das uns vorher unbekannt war. Die Menschen die hierherkommen oder gar leben, reden nicht viel. Das Leben bekommt einen eigenen, natürlichen Rhythmus. Je länger wir verweilten, desto mehr wähnten wir uns wie in "Abrahams Schoß" versetzt, von dem Juden- und Christentum glauben, er sei höchster Ort der Seligkeit. In seinem grünen Schoß zu sein, bedeutet höchste Geborgenheit und Glück. Ein Aufenthaltsort für die Seelen der Menschen.
Wir fühlten uns in der Ruhe und Abgeschiedenheit dieser Naturinsel wie auf einem anderen Planeten. Ausflüge in umgebende Landschaften bescherten Einblicke in weitgehend unbekannte Natürlichkeit. Beim einsamen Gang durch weite Felder spürte man einen Hauch von Abenteuer und aus den Wasserwelten erhoben sich die Ursprünge des Lebens. Die allabendliche Stille und der milde Duft des Grüns hüllten uns schließlich wie mit Daunendecken ein.
Als Gefangene des grünen Glücks aber vergaßen wir die Lerche.
In der Aue des Malliner Wassers
Hinter grünen Wiesen und rapsgelben Feldern verbirgt sich ein wildes Tal. Von der letzten Eiszeit geprägt und aus deren Wassern geboren, wächst hier ein prächtig kleiner Auenwald mit einer faszinierender Tier- und Pflanzenwelt.
Lebensader des Tals ist ein Bach, der seinen Ursprung im Malliner See hat. Anfangs gemächlich durch Wiesen und Felder mäandernd, gebärdet er sich im Aue-Tal, eingeengt durch steile Hänge, wie ein Gebirgsbach.
Dort, wo die hohen Hänge zurückweichen, staute das Wasser und es entstand eine Überschwemmungsniederung. Hier steht das Grundwasser hoch und tritt in Senken und Gräben zutage. Aus diesem ewig nassen Grund erwuchs das kleine Auenwaldgebiet.
Eine Oase, in der Natur noch weitgehend intakt ist, findet sich im LSG "Malliner Bachtal." Nordwestlich von Neubrandenburg gelegen, fließt dort ein Bach in Richtung Tollense Niederung. Nach dem Ursprungssee "Malliner Wasser" oder auch Aalbach benannt, schlängelt er sich auf dem Grund einer tiefen Abflussrinne vom Schmelzwasser eines Eiszeitgletschers entlang. Das Rinnental wird von sanften Hügeln und teils steilen Hängen eingeengt. Den schnellen Lauf des Bachwassers nutzten Menschen schon sehr früh und betrieben Mühlen.
Das LSG "Malliner Bachtal" ist ein romantisches Tal und von wilder Natur geprägt. Durch seine natürliche Abgeschiedenheit geschützt, liegt es wie in tiefem Schlaf. Nur wenige Wanderer verweilen hier. Ein Wehr regelt den Bachlauf und lässt einen rauschenden Miniwasserfall entstehen.
Auenwälder wachsen in Überschwemmungsgebieten von Flüssen, Bächen und Seen. Sie werden geprägt von Bäumen und Pflanzen, die mit der hohen Wassersättigung des Bodens und dessen niedrigen Sauerstoffgehaltes zurechtkommen. Das können vor allem Weiden, Erlen, Eschen oder Silberpappeln. Ebenso Sträucher, wie Hasel, Holunder oder Heckenkirsche und einige Kletterpflanzen u.a. Hopfen, Waldrebe und auch Efeu. Da das Blätterdach von Aue-Bäumen nicht so geschlossen wächst und später grünt, gibt es viel Unterwuchs und Frühblüher haben tolle Bedingungen. In diesen bewaldeten Auen leben viel mehr Tierarten als etwa in reinen Buchen- oder Nadelwäldern. Vor allem Vögel und Insekten lieben die Aue-Waldungen.
Unsere Aue am "Malliner Wasser" bietet ebenso diese Vielfalt auf kleinem Raum. Auf kurzen Wegen kann der Au-Wald umrundet werden und auf verborgenen Steigen kann man tiefer in die sumpfige Wildnis eindringen. Festes Schuhwerk ist nötig, ein Fernglas kann hilfreich sein. Das Wichtigste, was man unbedingt mitbringen sollte, ist Zeit. Sehr viel Zeit und Aufgeschlossenheit für die Reize dieser besonderen Naturwelt. Dann erweist sich das Tal als wahre Schatzkammer, die die Seele berührt. Im Frühjahr bis zum beginnenden Sommer zeigen sich die urwüchsigen Lebensgemeinschaften am intensivsten. Während der Monate März/April, wenn Bäume und Sträucher noch weitgehend unbelaubt sind, erstrahlen Tal und Hänge im Weiß der zahllosen Buschwindröschen. Leberblümchen, Sumpfdotterblume, Scharbockskraut, Löwenzahn, Lerchensporn, Lerchensporn, Taubnessel, Lungenkraut und Veilchen färben die Aue bunt. Der Kolkrabe umkreist sein Revier und erweckt mit rauen rufen die daheim gebliebenen Singvögel aus ihrer Winterstille. Meisen klingeln, Amseln flöten, lauthals singt der Zaunkönig, noch lauter schmettert die Singdrossel ihr Lied von hoher Warthe, leise zwitschert das Rotkehlchen seine einfache Strophe. Die ersten Zugvögel halten Einkehr: Rotschwanz, Bachstelze, Grün-und Distelfink, Star, Zilp-zalp und weitere Sänger verstärken den Chorgesang. Im Laufe der Jahre konnten wir über 40 Vogelarten feststellen, die den kleinen Auenwald und seine Ränder als festen oder zeitweiligen Lebensraum wählten. Auch Gebirgsstelze, Heckenbraunelle, Gimpel, Wasseramsel und Pirol gehörten dazu. Wenn die Sonne höher steigt, erwärmt sich die Aue und die Betriebsamkeit ihrer Bewohner nimmt zu. Häher rätschen, Bunt-, Grün- und Schwarzspechte hämmern an sterbenden Eschen und Erlen. Waldkauz und Waldohreule brüten in hohlen Weiden. Entenpaare am Bachufer. Der Eisvogel schwirrt auch tags am Bach entlang. Seine Brutröhre liegt versteckt im Wurzelballen einer umgestürzten Weide am Ende des Bachtals. Hoch über der Wiese ist der Himmel frei. Rotmilan und Bussard schweben ruhig über dem Bachtal oder zeigen verwegene Balzflüge. Ihre Horste stehen im höher gelegenen Nadelwald. Die morgendlichen Trompetenrufe des hier brütenden Kranichpaares erschallen bis in den Frühsommer. Manchmal besucht auch ein Seeadler das Gebiet. Der Storch aus Neuendorf ist regelmäßiger Gast. Ebenso einige Graureiher Die wärmenden Strahlen der Sonne locken Ringelnattern, Blindschleichen, Gras-, Wasser- und Laubfrösche sowie Erdkröten aus ihren Winterverstecken. Nach und nach erwacht dann das Riesenheer der Insekten. Käfer, Libellen, wilde Bienen, Hummeln, Hornissen und Schmetterlinge und viele Mücken krabbeln, brummen, summen und flattern. Das auffälligste Säugetier ist das Reh. Manchmal ist es auch am Tag zu beobachten, oft aber nur flüchtig und verborgen hinter einem Vorhang aus gestürzten Bäumen und wucherndem Unterholz. Igel, Maulwurf, Spitz- und Wühlmäuse, Fledermäuse, Marder, Iltis, Wiesel Feldhase Fuchs und Dachs haben das Auewaldgebiet am "Malliner Wasser" zu ihrem Lebensraum auserkoren. Neuerdings taucht der Waschbär auf und auch Biber hinterlassen ihre Spuren.
Viele Tiere leben hier auf engem Raum. Anfangs wurden wir regelrecht erschlagen von der Fülle des Lebens in dieser kleinen Aue. Wir können nur ansatzweise Einblicke in die Dschungelwelt geben. Jedes Jahr bringt neue Beobachtungen.
Das "Malliner Bachtal" mit seiner Aue erleben wir als eine wunderbare Natuoase. Bei Wanderungen an warmen Frühlingstagen erschließt sich deren ganzer natürlicher Reichtum. Zurückgekehrt an den Bach ist es am besten, einfach dazusitzen und zu lauschen. Ganz leise säuseln die Blätter der dunkelstämmigen Erlen, die das Ufer säumen. Vögel überbieten sich im Chorgesang. Hoch oben kreist ein Greif. Das Wasser murmelt, wenn es über die uralten Gletschersteine fließt. Von einer hohen Warthe ertönt das wehmütige Lied der Goldammer. Wenn Sonne und Schatten die Haut berühren, geht weit das Herz auf und man verabschiedet sich reich beschenkt von einem außergewöhnlichen Naturparadies.
Kleine Dinge.
Es geht Ihnen nicht so gut. Sie fühlen sich innerlich ausgebrannt und leer? Ärger und Frust im Betrieb oder zuhause? Sie sind unzufrieden mit allem und jeden, auch mit sich selbst? Lassen Sie es nicht zu! Gehen Sie hinaus in die wunderschöne Natur unseres weiten Mecklenburger Landes, das Pflanzen, Tieren und uns Menschen noch genügend Raum zum gesunden Leben bietet.
Vom Sinn der kleinen Dinge im großen Webnetz der Natur.
Ein verspäteter Sommertag erwärmte den vom Regen durchnässten Sand des Weges. In einer leichten Brise segelten die ersten gelben Blätter von den Alleebäumen. Sie sahen aus wie flatternde Schmetterlinge. Die Sonne vertrieb mit orangenen Strahlen das morgendliche Nebelgrau von Bach und Wiese. Vielen Gräsern fehlte schon das frische Grün und sie zeigten sich in den vergilbten Farben von getrocknetem Heu. Nur noch vereinzelt wiegten sich gelbe Blüten des Hahnenfußes auf dünnen Stängeln. Ein paar verspätete Distelblüten lockten weiße Schmetterlinge an und die einst so hellen Dolden von Schafgarbe oder wilder Möhre wirkten ergraut. Zugvögel hatten bereits die Reise nach Süden angetreten und die wenigen Feldvögel führten ein heimliches Eigenleben. Auch die Lerchen sangen nicht mehr. Graureiher verharrten reglos, wie bucklige alte Kräuterweiblein, in den Wiesen auf der Jagd nach Mäusen. Eine eigentümliche Leere herrschte über den abgeernteten Feldern, nur unterbrochen vom Rauschen unzählig, schwarzer Schwingen großer Starenschwärme, die lärmend in den Beerenhecken nieder gingen. Die Sonnenstrahlen konnten es nicht verleugnen, ganz sachte schlich sich der Herbst ein und betrübte unsere Gedanken. Den Blick verloren auf den Weg gerichtet, bewegten wir uns lustlos durch die vergehende Feldflur. Obwohl sich wärmendes Licht verbreitete, schien es so, als legte sich ein herbstlicher Schleier auch über unsere Seelen. Wir vermissten schmerzlich das pulsierende Leben von Frühling und Sommer. Aber dann, als unser trostloses Schweigen den tiefsten Punkt erreicht hatte, erlebten wir plötzlich etwas Wunderschönes. Direkt vor uns auf dem Weg hockte ein kleiner Vogel. Unsere Schritte stockten. Zwei dunkle Knopfaugen starrten aus dem grauen Federbündel auf die Spitzen unserer Wanderschuhe. Aus einem noch gelbrandigen Jungvogelschnabel ertönte leises Piepsen. Das Vöglein rührte sich nicht. Fest presste es sich auf den Boden, verschmolz fast mit dem Sand des Weges. Wir hätten es fast übersehen. Als die Hände es greifen wollten, flatterte es plötzlich unbeholfen ins nächste Gesträuch. Nach einer Weile des Verharrens begann der kleine Vogel völlig arglos an Samen zu picken, sammelte kleine Kerbtiere, Raupen und Spinnen auf. Sicher stammte er aus einer verspäteten Brut und seine Zugehörigkeit war schwer zu bestimmen. Auf sich allein gestellt, versuchte er zu überleben. Es war pure Freude, entspannt zuzuschauen und Fotos zu schießen. Weggeblasen war unsere Trübsal. Unbemerkt vollzog sich in uns eine tiefe Wandlung und wir begriffen: Es sind nicht nur die spektakulären, Geräusch vollen Begebenheiten, welche Aufmerksamkeit erheischen und Wirksamkeit erzielen. Der wahre Zauber offenbart sich ebenso in der Vielfalt wunderbarer, kleiner Naturereignisse. Die Natur webt aus unzähligen kleinsten Bildern ein vollkommenes Monument von unfasslicher Schönheit. So ergreifend, dass man an eine überirdische Schöpferkraft glauben mag. Wieder einmal hatte uns die Natur gelehrt, die Welt um uns herum mit großer Aufmerksamkeit wahrzunehmen, um das Wertvolle und Nützliche zu erkennen. Was war schon unsere Trübsal wert. Sie hat weder uns noch anderen geholfen. Wie oft waren wir wohl achtlos, gefangen in scheinbar schwerer Gedankenwelt, an Schönem und Wertvollem vorbei gegangen. Haben fremdes Leid und fernen Schmerz nicht gesehen, heute, in unserer lärmenden, hektischen Welt. All die kleinen, stillen Dinge, die im Verborgenen blühen und gedeihen, werden sie überhaupt noch wahrgenommen? Bewusst erlebt, wird man erkennen, dass jedes noch so kleine und scheinbar unbedeutende Leben seine Daseinsberechtigung hat und fest eingefügt ist in ein schützenswertes Gesamtbild, das wir Natur nennen. Indem wir uns Zeit dafür nehmen und all diese kleinen Dinge achten, empfinden wir Glück und unsere Seele wird tief berührt.
Der Dichter Hölderlin schrieb:
"Nichts ist so klein und wenig, woran man sich nicht begeistern könnte".
Zum vorläufigen Schluß.
Unsere Suche nach den Liedern der Lerche ist vorerst zu Ende. Wir verbrachten eine wundervolle Zeit in der bemerkenswerten Natur der Mecklenburgischen Seenplatte. Unsere Wanderschuhe trugen uns durch Wiesen und Felder, entlang von Flüssen und Seen und über Hügel eiszeitlicher Endmoränen. Wildes Land wechselte mit idyllischen Orten. Große und kleine Tiere und Pflanzen konnten wir überall hautnah erleben. Oft zeigten sich die landschaftlichen Schönheiten versteckt abseits begangener Pfade. Unsere Wanderrouten zeigten aber auch sehr deutlich, wie gefährdet alle diese kleinen Naturparadiese sind.Wir Menschen müssen endlich aufhören mit unserem ungezügelten Streben. Es ist an der Zeit, unseren Mitbewohnern auf dieser Erde, den Tieren und Pflanzen, zumindest einen Teil des Lebensraumes zurückzugeben, der ihnen von uns Menschen genommen wurde.
Während wir zum Abschied auf einer Wiese rasteten und den weißen Schwänen nachschauten, die über die glitzernde Fläche des heimatlichen Sees zogen, erhob sich unweit eine Lerche. Stieg empor zum Firmament und jubilierte, wie um uns zu ehren. Lerchen begegneten wir zwar immer wieder, aber nirgendwo sangen sie häufig. Ihr Sound bestimmt nicht mehr die Symphonie des Himmels.
Lerchensuche.
Wir werden nach der Krise auch im Jahr 2020 unsere Suche nach den Liedern der Lerche fortsetzen und hoffen, dass Sie uns weiter begleiten.
Bleiben Sie gesund! Danke.